Seelsorgeeinheit Oberes Bhlertal

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275jähriges Jubiläum der Patriziuskapelle Holenstein auch mit einem Grußwort vom Heiligen Patrizius

Natürlich wurde das stolze Jubiläum mit einem Festgottesdienst gefeiert.
Viele Holensteiner und Gäste trafen sich, auch um diese lange Tradition
zu pflegen und St. Patrizius, dem Schutzheiligen für das Vieh,
die Ehre zu geben.

Das Kirchle war bis in unsere Zeit hinein der schmucke Mittelpunkt des
Dorfes. Hier traf man sich zu Gottesdienst, Gebet und zum Schwätza.
Das geht leider immer mehr auch in Holenstein verloren. Das
Patriziuspatrozinium mit Gottesdienst am 17. März war bis in die
1960er Jahre in Holenstein ein arbeitsfreier Feiertag. 

Es war einfach schön und alle waren dankbar, dass das Jubiläum jetzt am
Sonntag, 4. September gefeiert werden konnte und so alle Besucher auch
Zeit hatten, den anschließenden Ständerling zu genießen.

Die Kapelle war voll besetzt, auch die Männerempore, eine Besonderheit
in Holenstein, und auch vor der Kapelle feierten Gäste den Gottesdienst mit.
Pfarrer Rolf Kurz erinnerte an Ereignisse in der langen 275jährigen Zeit
von 1747, dem Weihejahr der Kapelle, bis heute. Damals für die
Bauernfamilien die existenzbedrohende Viehseuche, dann unvorstellbare
Weltkriege und heute so vieles, was uns bewegt und belastet. 

Die Bitte am Hochaltar „Hl. Patrizius bitt für uns“ mit dem Heiligen ist so
aktuell wie eh und je. Eine weitere, schon außergewöhnliche Kostbarkeit
sind die 14 Nothelfer, die ausdrucksstark in der Predella abgebildet sind
und für viele Menschen in Not und Drangsal eine Hilfe waren.

Aber auch die Dankbarkeit für viel Segensreiches in der zurückliegenden
Zeit und für die Gemeinschaft am Jubiläumstag kam zum Ausdruck.

Musikalisch begleitete der Holensteiner Hubert Milz auf der Tuba und der
Gitarre den Festgottesdienst. Eine bemerkenswerte, besondere Bereicherung.
Die Melodie des Patriziusliedes hat er extra bei der Fronroter Klothilde Pfitzer
eingeübt, die schon über 50 Jahre zum Patriziusfest nach Holenstein kommt
und das Lied natürlich singen kann.

Pfarrer Kurz verlas dann noch ein „Grußwort des hl. Patrizius“, dass zum
250jährigen Jubiläum 1997 wohl von Bühlertanns Pfarrer Roman Belz
verfasst wurde.

Was wäre die Kapelle ohne Menschen, die sich um sie kümmern?
Die Holensteiner Werner und Iris Scheuermann tun das schon seit 37 Jahren.
Alles was um und in der Kapelle zu tun ist und den Mesnerdienst
erledigen sie
seither ohne viel Aufhebens und absolut zuverlässig.
Pfarrer Kurz bedankte  sich zum Ende des Gottesdienstes bei Beiden recht
herzlich mit einem kleinen Blumengesteck und der Einladung zu einem
gemeinsamen Essen und natürlich bei allen, die mit ihrem Zutun zu diesem
besonderen Fest beigetragen haben.

So auch Scheuermanns Sohn Daniel, der sich schon in die Kapellenpflege
mit einbringt. Er hatte u.a. für den Gottesdienst an diesem Tag
die Lautsprecheranlage installiert.

 


Eine angenehme, lockere Atmosphäre herrschte dann beim
Ständerling, der gleich gegenüber der Kapelle mit reichhaltigem
Fingerfood von den Holensteinern und Getränken stattfand.

Bei anregenden Gesprächen fühlten sich alle sichtlich wohl.
Viele weitere Holensteiner Besonderheiten kamen dann auch
zur Sprache, denn die Verhältnisse waren und sind in Holenstein
nicht so einfach.
Kirchlich katholisch gehört man zu St. Georg Bühlertann,
evangelisch zu Geifertshofen und kommunal zu Bühlerzell.
Die Erstkommunion war früher in Kottspiel, denn dort ging man
ja auch zur Schule. Auch den Sonntagsgottesdienst besuchte man
in Kottspiel. Taufe, Hochzeit und Begräbnis waren aber in Bühlertann.
Die Kottspieler führte ihr Bittgang vor Christi Himmelfahrt nach
Holenstein. Die Holensteiner machten eine eigene Öschprozession
mit dem Vortagskreuz aus der Kapelle zum Feldkreuz nach Westen
und nach Osten. Und die Kottspieler Sternsinger kommen an
Dreikönig noch jedes Jahr nach Holenstein.

Schöa wars! Alles Gute wünschte man sich gegenseitig bis zum nächsten Mal
beim Patrizius in Holenstein.

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